Der Einzelhandel ist nicht tot

Gefühlt und an den vielfachen Leerständen in unseren Städten gesehen, möchte man dieser Aussage widersprechen. Zumal wir uns häufig selbst die Bequemlichkeit des Internets zu Nutze machen, und beim Branchenprimus Amazon oder sonstigen Online-Anbietern bestellen. Wieso sollte die Überschrift also stimmen? Sie stimmt auch nur bedingt. Zutreffend wäre die Aussage: Der Einzelhandel ist nicht tot, der langweilige Einzelhandel schon.

Steigende Online-Umsätze

Ja, die Online-Umsätze steigen. Auf der anderen Seite lag laut Statistikanbieter Statista der Onlinehandel am gesamten Einzelhandel in den USA in Q1/2018 bei nur 9,5%. 90,5% des Einzelhandelsumsatzes wurde also in Geschäften generiert. D.h. 9 von 10 Kunden haben sich von der Couch bewegt. Warum?

Algorithmen die frustrieren

Keep it simple. Unser Gehirn mag es relativ einfach. Economy, Business, First Class. So unterteilen typischerweise die Airlines ihr Angebot. Den VW Golf bekommen Sie in der Ausstattungsvariante Trendline, Comfortline, Highline. Es kann frustrierend sein, wenn Ihnen 100 LED-Stirnlampen oder sonstige Produkte aufgrund eines Algorithmus auf 6 Seiten präsentiert werden. Mit dem Zusatz: „Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen“. Die Masse verdirbt einem oft die Laune. Insbesondere wenn kein ehrlicher Ratgeber oder ein gutes Vergleichstool zur Verfügung steht.

In der Mitte gefangen

Der Markt teilt sich immer stärker in Discount und Luxus auf. Wer will schon das Mittelmäßige? Zeige mir was du kaufst, und ich zeige dir wer du bist! Wirklich belohnt fühlen wir uns hingegen, wenn wir uns Luxus gönnen (z.B. Hautcreme für 100 € pro Döschen) oder bei Aldi für den gleichen Hautschutz viel Geld sparen. Geld, welches für den Mini Cooper S genutzt werden kann. Da gibt es dann auch viel mehr Gesprächsstoff unter Freunden und Kollegen.

Mix aus Online und Offline

Der Trend geht zum Mix aus Online und Offline. Zwar ist der Online-Bestellvorgang äußerst bequem, aber bei der Annahme und Rückgabe hapert es zu häufig an der Leichtigkeit. Wer seine reservierte Ware im Laden abholt, kann eine direkte Prüfung vornehmen und nicht gefallende Ware gleich dort lassen. Wer zudem einmal im Geschäft ist, kauft vielleicht sogar noch das eine oder andere Produkt zusätzlich. Geld wird vermehrt ausgegeben, wenn es leicht fällt und der Kunde in guter Stimmung ist. Das gilt es zu berücksichtigen. Immer!

Positionierung = mehr Lebensqualität ∣ mehr Gewinn

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