Recruiting – Noch immer eine Servicewüste?

In hart umkämpften Märkten ist ein ausgezeichneter Kundenservice für den Unternehmenserfolg unerlässlich. Nicht ohne Grund stecken die Online-Giganten Amazon oder Zappos (Delivering Happiness) viel Energie und Geld in die Optimierung der Buyer-Experience. Schließlich lauert der Wettbewerber nur einen Klick weiter. Auch der Arbeitsmarkt ist eng und in einigen Berufen herrscht schon heute ein echter Engpass. Daher lohnt die Erinnerung, dass die Candidate Experience der „Kundenservice“ des Recruiters ist. Insbesondere da üblicherweise eine wichtige Entscheidung für den „Kauf“ ungenannt bleibt. Der Preis. Oder ist dieser in Ihrem Stellenangebot direkt oder indirekt als „Best Salary“ zu finden?

Sie sind nie allein

Im Grunde genommen läuft die Jobsuche ähnlich ab wie eine Kaufentscheidung. Zu irgendeinem Zeitpunkt fällt der Kandidat seine Entscheidung für eine berufliche Veränderung. Die Bewerbungsunterlagen werden aktualisiert/optimiert und die Stellenangebote in Augenschein genommen (Jobbörsen, Karriereplattformen, Empfehlungen von Freunden, …). Dass der Kandidat sich nur für ein Angebot interessiert und darauf bewirbt, ist sehr unwahrscheinlich. Anschließend wird verglichen – Aufgabe, Firmenkultur, Gehalt (fair, leistungsgerecht, sehr gut) et cetera. Die Arbeitgeber, die in engere Wahl kommen, werden über unterschiedliche Quellen durchleuchtet (Karriereseite, kununu, glassdoor, facebook, google, …). Viel Aufwand, viele Informationen, viele Fallstricke. Aber schließlich will der Kandidat kein Paar Socken kaufen, sondern eine langjährige berufliche Zufriedenheit. Letztendlich wird der Bewerbungsprozess gestartet. Wie gesagt, nicht nur bei einem Arbeitgeber. Denn auch der Kandidat weiß: Er ist nicht allein.

Bester Kandidatenservice – hoher Nachfragesog

  • Halten Sie den Bewerbungsprozess einfach. Mit Marketplace hat Amazon sein Angebot extrem ausbauen können. Sie registrieren sich einmalig auf Amazon – müssen sich auch nur das Password merken – und haben den kompletten Zugriff. Das macht die Sache einfach für Sie. Studien zeigen, dass 30 Prozent der suchenden Kandidaten den Bewerbungsprozess nicht abschließen, weil sie zu einer Registrierung aufgefordert werden, ein Password ersinnen müssen, einen Link bestätigen müssen, … Wenn Sie, als potentieller Arbeitgeber, an Nummer 3 gesetzt sind, dürfte der Frustlevel bereits sehr hoch sein.
  • Online-Händler stellen ihren Kunden viele Informationen zur Verfügung (z.B. Produkt-Videos und Kundenbewertungen), damit der Kunde ein gutes Gefühl bekommt und seine Kaufentscheidung trifft. Sie, als Arbeitgeber, können das Gleiche tun. Präsentieren Sie authentischen Content auf Ihrer Karriereseite und in den sozialen Netzwerken. Warum arbeiten Ihre Mitarbeiter gerne in Ihrer Organisation? Wer arbeitet dort? Wie sehen die Arbeitsplätze aus? Welche Firmenkultur wird gelebt?
  • Wenige Sekunden nach dem Klick auf den Bestellknopf liegt die Bestätigung Ihrer Online-Bestellung in Ihrem E-Postfach. Ein wenig später bekommen Sie eine kurze Nachricht, dass Ihr Paket auf dem Weg zu Ihnen ist. Zusammen mit der Sendungsverfolgungsnummer. State of the Art. Kandidaten werden sich freuen – nein, erwarten – zu sehen, dass ihre Lebensläufe nicht im Nirwana verschwinden. Wer keine Eingangsbestätigung verschickt, eine Absage erst nach 120 Tagen oder gar nicht, der zeigt eines: Fehlende Wertschätzung. Sind Sie im B2C-Bereich tätig? Warum sollte der Bewerber Ihre Produkte/Dienstleistungen noch kaufen?
  • Nach dem Kauf ist vor dem Kauf. Ein guter Verkäufer fragt nach, wie der Käufer mit dem Produkt und dem Kaufprozess zufrieden ist. Auch im Online-Handel ist dieses Vorgehen Standard. Häufig noch gekoppelt mit einem Gutschein. Gleiches ist auch im Recruting von Interesse. Welchen Eindruck hat der Bewerber von der Candidate Experience gewonnen? Haben Sie sich 5 Sterne verdient oder nur einen? Auf kununu oder glassdoor kann der Bewerber die Bewertung einfach und anonym abgeben. Sie gewinnen so mindestens Feedback, das sie später zur Verbesserung Ihrer Candidate Experience nutzen können. Und im Normalfall (!?!) gewinnen Sie darüber hinaus eine gute Bewertung. Das animiert weitere Kandidaten sich bei Ihnen zu bewerben – und nicht bei Meier, Müller oder Schulze.

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.

Wer nicht automatisch neue Mitarbeiter gewinnt, ist schlicht und einfach als Arbeitgebermarke falsch positioniert.

Bei schlechtem Umgang hilft auch kein Gratis-Obst

Der demografische Wandel ist im vollen Gange. Auf Bussen und Bahnen, in den sozialen Netzwerken, auf Plakatwänden und Firmenfahrzeugen – überall bitten Arbeitgeber um Bewerbungen. Rasch! Der Nachstrom an Fachkräften verebbt. Auch weil eine zunehmende Akademisierung stattfindet. Der „Generation Z“, also der Generation, die jetzt in das Berufsleben eintritt, fällt eine Schlüsselrolle zu. Sie wird massiv umworben und ist sich ihrer Attraktivität bewusst. Wer die besten Talente gewinnen will, wird sich richtig anstrengen müssen. Die Pole-Position gewinnt der Arbeitgeber, welcher die Bedürfnisse der „Generation Z“ kennt und befriedigt.

Alte Denkmuster führen in die Sackgasse

Selbst Weltunternehmen wie Würth müssen mittlerweile kämpfen und sich umstellen. So beispielsweise bestätigt von Bernd Herrmann, einem der vier Konzernlenker der Würth-Gruppe, am 18. Februar 2019 auf Welt online. „Viele gut ausgebildete Nachwuchskräfte können sich heute aussuchen, wo sie arbeiten wollen. Bei Würth versucht man deshalb früh, eine hohe Bindung zum Unternehmen aufzubauen – durch gemeinsame Veranstaltungen, viel Transparenz und Austausch. Kindertagesstätten und Fitnesskurse haben wir auch, aber das ist kopierbar. Die „Generation Z“ überzeugt man mit der Kultur und dem Umgang mit den Mitarbeitern. Vor allem durch die Bereitschaft, sie in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu fördern.“

Kurzfristiger Hype?

Zuwanderung, Industrie 4.0 oder Wirtschaftsabschwung. Sie sollen bzw. könnten für eine Entspannung am Arbeitsmarkt sorgen. Wer sich den Pflegebereich anschaut, mag den Glauben jedoch für immer verloren haben. Da müssen ganz dicke Bretter gebohrt werden, ansonsten verfestigt sich die Negativentwicklung. So glaubt Bernd Herrmann auch nicht, dass die Wünsche der „Generation Z“ wieder abflauen. Im Gegenteil: „Sie werden noch konkreter werden – und Unternehmen müssen gerade im kulturellen Bereich noch viel mehr leisten. Sonst droht die Fluktuation in Unternehmen deutlich zu steigen. Jedes Mal verbunden mit einem massiven Wissensverlust. Eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen und damit eine möglichst lange Betriebszugehörigkeit zu gewährleisten, das ist die große Herausforderung für die Zukunft.“

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Kein Schotter – ohne Mitarbeiter

Ohne Mitarbeiter ist alles nichts. So drückt es die Absatzwirtschaft in der Ausgabe 1/2 2019 in einem Artikel über die Recruitung-Strategien der Contact-Center-Branche aus. In einem quasi leergefegten Arbeitsmarkt, wird die erfolgreiche Rekrutierung zum Engpassfaktor Nummer 1. Ähnlich wie in anderen Dienstleistungs-Branchen, beispielsweise der Gebäudereinigung. Auch deren Reputation könnte besser sein bzw. muss, um einen Nachfragesog bei Arbeitnehmern auszulösen.

Unterschiedliche Wege – gleiches Ziel

Wer erfolgreich sein will, muss ansprechen und auffallen. Positiv auffallen. Das kann eine schnelle Reaktionszeit sein. Die Regiocom Magdeburg meldet sich innerhalb weniger Stunden beim Bewerber und vereinbart einen Kennenlernbesuch vor Ort. Kontaktaufnahme quasi auf dem Höhepunkt des Bedürfnisses/Interesses. Das hört sich erst einmal aufwendig an. Auf der anderen Seite ergibt sich durch den schnellen persönlichen Kontakt eine gute Chance jeden Bewerber besser einzuschätzen, als es die Papierform erlaubt.

Mitbewerber Gevekom macht die Auswahl zu einem Erlebnis. Die Kandidaten auf der Short-List werden zu einem Crew-Casting eingeladen. So z.B. im September 2018 für ein Wochenende auf Mallorca. Zwangloses Miteinander und lebhafte Diskussionen anstatt Konferenzraum, Kaffee und Kreuzverhör. Verständlich, dass ein Kandidat sich stärker wertgeschätzt fühlt.

Digital-Dialog setzt auf die Karte Content und Bewerberqualität. Die Stellenanzeige ist mit der Karriereseite verlinkt. Die Karriereseite erlaubt mehr Content. So kann sich der potentielle Bewerber intensiver mit dem Unternehmen und der Aufgabe beschäftigen. Die DNA kann besser kommuniziert und verstanden werden. So steigt die Passgenauigkeit der Bewerber. Gleichzeitig kann die Abbruchrate im Bewerbungsprozess mit einem schlanken Portal sehr niedrig gehalten werden.

An die Sichtbarkeit denken

Reden ist Gold!?! Machen ist Gold! Im Zeitalter von Social Media funktioniert die Wagenburgmentalität nicht mehr. Es gibt keinen Alleinherrscher über die Kommunikation. Ihre Bemühungen sind für die Katz, wenn Soll und Ist deutlich abweichen. Kommentare auf Arbeitgeber-Bewertungsplattformen wie : „Höchstleistung für Mindestlohn“, „Außen hui – innen pfui“, „Super Firma – mit Wohlfühlcharakter“ oder „Super Betriebsklima“ landen sehr unterschiedliche Wirkungstreffer. Es ist daher ratsam von „innen nach außen“ zu arbeiten. Lassen Sie sich von Ihren Mitarbeitern erst das Bild als Arbeitgeber aufzeichnen, bevor Sie draußen Erwartungen wecken, die später kaum zu erfüllen sind.

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Auszubildende gewinnt, wer deren Bedürfnisse kennt

Die demografische Zeitbombe tickt. Die Babyboomer gehen in Rente. Der Nachwuchs an Fachkräften bleibt aus. Auch weil eine zunehmende Akademisierung stattfindet. Der „Generation Z“, also der Generation, die jetzt in das Berufsleben eintritt, fällt eine Schlüsselrolle zu. Sie wird massiv umworben und ist sich Ihrer Attraktivität bewusst. Wer die besten Talente gewinnen will, wird sich anstrengen müssen. Auf der Pole-Position steht der, welcher die Bedürfnisse der „Generation Z“ kennt und umsetzt.

Die behütete Generation

Wie bei der Vorgängergeneration „Y“ haben die Eltern eine sehr starke Rolle des Behüters eingenommen. Wir sprechen gerne von „Helikoptereltern“. Eltern-Taxi bis vor die Schule, Abholung von der Disco, Bio-Babynahrung, Nachhilfeunterricht, Smartphone-Stundenpläne, Karriere-Coaching …. Das alles hat zu einer ganz starken Sicherheitsorientierung geführt.

Sicherheit vor Chancen

Die Prägung „Sicherheitsorientierung“ lässt sich mit dem Einstieg in das Berufsleben nicht so einfach abschütteln. Das heißt der „Sicherheitsaspekt“ bei der „Generation Z“ ist sehr ausgeprägt. Ihre potentiellen Auszubildenden schätzen es, wenn alles planbar und strukturiert ist. Ausgefallene Jobs, neuartige Jobs und Jobs mit einem hohen Veränderungspotential sind daher eher weniger gefragt. Wichtiger ist der „Generation Z“ die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Alles was viel Struktur mitbringt, sich über Jahre etabliert hat und ein hohes „Bestandspotential“ mit sich bringt. Die„Generation Z“ schätzt diese Punkte sehr.

Welche Argumente punkten

Eine gute wirtschaftliche Situation wird i.d.R. mit einer hohen Jobsicherheit verbunden. Gleiches gilt für eine lange Firmenhistorie und einleuchtende Geschäftsmodelle. Das sind Argumente, welche die „Generation Z“ schätzt. Zusätzlich punkten Sie mit Planbarkeit (Karrierewegen), Struktur (Arbeitsplatz/Aufgabenbereich) und Mentoring (Kümmerer). Auch das Familiäre/Persönliche lässt sich in den Fokus stellen (Beschützer). Daneben sollte immer im Auge behalten werden, dass wir bei der Zielgruppe über Digital Natives sprechen. Mit gutem IT-Equipment können Sie weitere Pluspunkte sammeln. Das iPhone – auch zur privaten Nutzung – hilft leider nicht wirklich weiter. Beliebte Apps wie Instagram, WhatsApp und Facebook sind nicht DSG-VO konform und dürfen daher nicht auf Firmen-Handys installiert werden.

Die Sprache des Empfängers wählen

Egal ob in Stellenanzeigen, auf Ihrer Karriereseite, auf kununu oder Facebook, kommunizieren Sie immer zielgruppenorientiert. Nur wer die passenden Worte verwendet und die richtigen Vorteile hervorhebt, wird als attraktiv wahrgenommen. Und somit hoffentlich zu der Nummer 1 im Kopf seines potentiellen Auszubildenden. Duzen statt Siezen ist nicht genug, wenn Sie beispielsweise gleichzeitig von schneller Verantwortungsübernahme schreiben. Denn „schnell“ kann als stressig interpretiert werden, was dem Bedürfnis „behütet zu werden“ widerspricht.

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.

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Recruiting 4.0

Industrie 4.0 ist in aller Munde. So erstaunt es wenig, dass auch im Bereich von HR von Phase 4.0 gesprochen wird, nämlich vom Recruiting 4.0. Wer bei dem Begriff zu allererst an Digitalisierung (Robot-Recruiting) denkt, liegt falsch. Recruiting 4.0 heißt vielmehr den potenziellen neuen Mitarbeiter sehr viel stärker in den Fokus zu nehmen. Der heutige Bewerber ist anspruchsvoll. Er erwartet eine Kommunikation auf Augenhöhe, und auf von ihm typischerweise besuchten Kanälen. Wer diese Bedürfnisse am besten erfüllt, hat gute Chancen in einem engen Arbeitsmarkt die besten Talente zu gewinnen.

Was zu tun ist

Digitalisierung, Fachkräftemangel und demografischer Wandel sind seit Jahren die vorherrschenden Schlagworte. Um die unternehmerische Zukunft zu sichern, müssen Personaler und Recruiter den Leitgedanken „HR is people business“ in den Fokus stellen. Dabei ist es vorteilhaft, alle Mitarbeiter als authentische Empfehler/ Botschafter ihres Arbeitgebers in das Recruiting einzubeziehen.

  • Employer Branding

Insbesondere dem Mittelstand im B2B-Bereich fällt es schwer Personal anzulocken. Warum? Ein Jobsuchender kann sehr selten etwas mit deren Produktmarke anfangen. Ganz anders als bei Audi, Microsoft, Lufthansa oder DM. So kann die Produktmarke auch nicht auf die Arbeitgebermarke einzahlen. Die Investition in die Arbeitgebermarke wird zum Muss. Zumal Sie nicht nicht kommunizieren können. Denn jeder Ihrer Mitarbeiter tut es (im Familien- und Freundeskreis, im Verein,…). Weiterhin leuchten Arbeitnehmer und Bewerber auf Bewertungsplattformen (kununu oder glassdoor) Ihr Unternehmen aus. Versuchen Sie daher die Kommunikation zu „steuern“. Die eigene Homepage ist prädestiniert dafür, erste und konkrete Informationen zur Arbeitgebermarke zu kommunizieren. Vergessen Sie nicht, die Bewertungen auf Plattformen zu kommentieren. Damit signalisieren Sie die Wertschätzung des Verfassers.

  • Stellenanzeigen

Stellenanzeigen sind i.d.R. der erste Kontaktpunkt eines potenziellen Bewerbers zum neuen Arbeitgeber. Allgemeine Jobbörsen wie monster und stepstone sind mit Abstand die am häufigsten genutzten Informationsquellen. Bringen Sie zum Ausdruck warum sich eine Bewerbung lohnt und was Sie zu einem passenden Arbeitgeber macht. Lassen Sie auch hier Ihre Mitarbeiter für Sie sprechen.

  • Zielgruppen bzw. Candidate Persona

Erfolgreiche Produkte sind perfekt für ihre jeweilige Zielgruppe positioniert. Sie erfüllen die Bedürfnisse der Zielgruppe optimal und entwickeln so einen hohen Nachfragesog. iPhone, Rolex, Dr. Best, you name it. Gleiches gilt für die Gewinnung von Talenten. Das Recruiting muss hinterfragen, was die potentiellen Mitarbeiter bewegt, wie sie sich verhalten und wie sie angesprochen werden wollen. Erst dann werden die passenden Kandidaten auf ein Unternehmen wirklich aufmerksam und aktiv.

  • Recruiting-Prozesse

In Zeiten des World Wide Webs, von Amazon, Netflix und Google ist kein Nutzer/Konsument gewillt lange zu warten. Viele Bewerbungsprozesse sind noch zu langsam, intransparent und mit einer Einstiegshürde (Registrierung) versehen. Geschwindigkeit, Transparenz und Verbindlichkeit sind heute jedoch ein nicht zu unterschätzendes Entscheidungskriterium für Bewerber.

  • Kanäle

Wer ein Date sucht, egal ob aktiv oder passiv, begibt sich auf die erfolgversprechendsten Märkte. Dies sind nicht immer die etablierten Kanäle wie Printmedien, Stellenbörsen und Homepage. Der Trend des Active Sourcing via Social Media (Xing, Facebook, Instagram,…) verstärkt sich zunehmend. Aber auch Angebote auf Kaffeebechern, Brötchentüten oder Straßenplakaten sind eine Überlegung wert. Oder setzen Sie Ihre Außendienstmitarbeiter und sonstigen Repräsentanten – wie LKW-Fahrer – ein. Sie können authentische Einblicke gewähren.

  • Mindset

Recruiting 4.0 benötigt auch einen Recruiter 4.0. Wer heute Kandidaten erfolgreich erreichen will, braucht ein vertriebsorientiertes Mindset. Recruting heißt verkaufen/vermarkten. Sie brauchen echte Hunter. Post & Pray ist tot. Auch das Modell KKK (Konferenzzimmer, Kaffee, Kreuzverhör) sollte baldmöglichst beerdigt werden.

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.

Wer nicht automatisch neue Mitarbeiter gewinnt, ist schlicht und einfach als Arbeitgebermarke falsch positioniert.

Bewerberanzahl – Wer zu langsam ist, wird bestraft

Wer ist in Zeiten des World Wide Webs, von Amazon und Google noch gewillt zu warten? Als Konsumenten wollen wir alles und sofort. Selbst wenn die Vorfreude häufig als schönste Freude tituliert wird. Selbstverständlich gilt diese Geschwindigkeitserwartung auch für den Arbeitsmarkt, für den Bewerbungsprozess. Arbeitgeber, die es nicht schaffen den Prozess schnell zu Ende zu führen, werden von den potentiellen Arbeitnehmern abgestraft. Damit steigt die Gefahr, die besten Talente nicht engagieren zu können.

Der Bewerbungsprozess sollte in sechs Wochen abgeschlossen sein

Üblicherweise ist der Jobwechsel ein seltenes Ereignis. Es tritt arbeitnehmerseitig nur alle paar Jahre auf. Gleichzeitig ist der Bewerbungsprozess ein hochemotionales Ereignis, mit einem hohen Spannungsbogen für den Bewerber. Hopp oder Top. Und immer mit dem Stigma verbunden, ausselektiert zu werden, nicht von „Wert“ zu sein. Für den Bewerber zehrt jeder Tag an den Nerven und beeinflusst die Candidate Experience. Die Studie „Die Candidate Journey 2017“ von meta HR & stellenanzeige.de kommt zum Ergebnis, dass sechs Wochen die magische Grenze für die Bearbeitungsdauer sind. Eine längere Prozessdauer beeinflusst die Candidate Experience negativ. Gleichzeitig steigt das Risiko für Bewerbungsabbrüche. Unter Berücksichtigung dieser Erkenntnis sind 45% der Bewerbungsprozesse zu lang. Die lokale Konkurrenz und direkten Wettbewerber wird es freuen.

Beschleunigen und Zwischeninfo anbieten

Wer als Arbeitgeber zum führenden Drittel gehören will, hat den Bewerbungsprozess in bis zu vier Wochen zu realisieren. Viele Recruiter warten gerade am Anfang des Prozesses zu lange. Schalten Sie an einem Montag eine Stellenanzeige auf einer Internet-Stellenbörse. Innerhalb der ersten Woche wird sich das Gros der Bewerber bei Ihnen melden. Sollte der Rücklauf (gefühlt) niedrig sein, so überprüfen Sie die Stellenanzeige. Vermutlich passt die Gestaltung nicht (beispielsweise unklarer Jobtitel). Der Nachfragesog ist zu klein. Niedrige Bewertungen auf Bewertungsplattformen wie kununu oder glassdoor können den Effekt negativ verstärken. Bei Präsenz der Entscheider können Telefoninterviews und/oder Vorstellungsgespräche bereits in der zweiten Prozesswoche geführt werden. Eine zweite Runde kann für die dritte Woche terminiert werden. Viele IT-Unternehmen des Mittelstandes bringen den Bewerber bereits beim ersten Treffen mit Recruiter, Vorgesetzten und Kollegen in Kontakt. Das ist vorteilhaft für den Bewerber (wg. Urlaubsplanung) und für Sie in Bezug auf Kostenerstattung. Wenn der Arbeitsvertrag beim Aufgeben der Stellenanzeige „fertig“ ist, können Sie sich zum Ende des Prozesses durchaus eine Terminverschiebung eines Wunschkandidaten erlauben. Wie beim Online-Shopping haben Informationen über Zwischenschritte eine positive Wirkung. 62% der Befragten würden sich über eine Zwischeninfo freuen, 25% erwarten die Maßnahme sogar.

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.

Wer nicht automatisch neue Mitarbeiter gewinnt, ist schlicht und einfach falsch als Arbeitgebermarke positioniert.

 

Die optimale Candidate Experience – Wann, wenn nicht jetzt?

Viele Betriebe in Bayern stehen mittlerweile vor der immer größer werdenden Herausforderung, den Personalbedarf zu decken und ausreichend Fachkräfte zu finden. Die neue Taskforce Fachkräftesicherung des Verbands Bayerische M+E Arbeitgeber setzt an diesem Punkt an und unterstützt Unternehmen gezielt bei der Fachkräftesicherung. Das Thema Candidate Experience als ein „Key-Touchpoint“ gehört unbedingt mit auf die Agenda. Warum? Darf ich?

Die Candidate Experience beeinflusst die Employer Brand – immer

Die Karriereseite, die Stellenanzeigen und der Bewerbungsprozess sind die Visitenkarten jedes Arbeitgebers. Positive Kandidatenerfahrungen führen zu einer Aufladung der Arbeitgebermarke. Eine negative Candidate Experience schädigt hingegen die Wettbewerbsposition im Arbeitsmarkt. Mehr und mehr Ihrer Bewerber bewegen sich tagtäglich in den Sozialen Medien. Dort wird bewertet, empfohlen, weitergeleitet,… Und zwar schnell und mit großer Reichweite. Schlechte Bewertungen haben sinkende Bewerberzahlen und Bewerberqualitäten zur Folge, denn ca. 80% der Bewerber teilen ihre Erfahrungen mit ihren Kontakten.

Technik ändert sich

Die Generation Y und Z sind sehr mobil orientiert. Jeder dritte sucht bereits über Smartphone und Pad nach Stellenangeboten. In Bus und Bahn kann so nach einem frustrierenden Arbeitstag sofort dem Wechselwunsch nachgegangen werden. Wer keine mobiloptimierte Karriereseite und Stellenanzeige anbieten kann, gerät schnell ins Hintertreffen. Schnelle Ladezeiten (3-5 Sekunden!) und eine einfache Bewerbungsübermittlung ohne Registrierung oder mit Profilübernahme via Xing/LinkedIn sollten Standard sein.

Einfache Interaktion

Gerade im Recruiting gilt, dass Menschen mit Menschen zu tun haben wollen. Möglichst mit einem namentlichen genannten Ansprechpartner. Sie verlangen jedem Bewerber einen Vertrauensvorschuss ab. Zwar sind viele Menschen in den Sozialen Medien mit der Verbreitung von personenbezogenen Informationen großzügig, aber Schul- und Arbeitszeugnisse sind ein ganz anderes Kaliber. Info@… ist absolut ungeeignet. Gleiches gilt bezüglich der Telefonnummer. Die Zentralnummer wird zum Hemmschuh, da sie den Prozess verlängert. Eine Bewerbung ist immer ein sehr sensibles Thema, der Kandidat aufgeregt.

Versprechen werden wahr oder entpuppen sich als Illusion

Vorsprung durch Technik. So bewirbt Audi seine Produkte. Bei einem solchem Claim sollte der Rekrutierungsprozess dies widerspiegeln. Gleich gilt, wenn Sie sich als innovatives Unternehmen bezeichnen. Bieten Sie eine Online-Bewerbung an oder geht der Prozess nur via E-Mail? Stellen Sie Ihre flachen Hierarchien in den Vordergrund? Benennen Sie in diesem Fall auch einen direkten Ansprechpartner? Geht es bei Ihnen hemdsärmelig zu? Dann wäre eine zwingende Registrierung für den Bewerbungsprozess, verbunden mit einer 20-minütigen Dateneingabe (Adresse, berufliche Erfahrung, Schulausbildung, …) kontraproduktiv. Besonders negativ fällt eine lange Bearbeitungszeit ins Gewicht, insbesondere wenn eine Zeitschiene genannt wird.

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.

Wer nicht automatisch neue Mitarbeiter gewinnt, ist schlicht und einfach falsch als Arbeitgebermarke positioniert.

 

Bewerberanzahl – Kleine Maßnahme, große Wirkung

viele Betriebe in Deutschland stehen vor der immer größer werdenden Herausforderung, den Personalbedarf zu decken, um so Auftragsanfragen in Umsätze und Gewinne umsetzen zu können. Das Thema Candidate Experience, als ein „Key-Touchpoint“, ist unbedingt in den Fokus zu rücken. Denn hier entscheidet sich, mit welcher Bewerberanzahl Sie rechnen können.

Formularbewerbungen schrecken ab

In der Studie „Die Candidate Journey 2017“ von meta HR & stellenanzeige.de wurden die Teilnehmer u.a. gefragt, welche Form der Bewerbungsabgabe sie bevorzugen. Das Votum war eindeutig. 8 von 10 Bewerbern bevorzugen die Form der Einreichung per E-Mail (mit Anhängen). Nur jeweils einer von 10 Bewerbern sprach sich für eine Übertragung per Online-Formular oder per Briefpost aus.

Junge Jobsuchende sind Formularmuffel

Wie viele Bewerber melden sich auf Ihre aktuellen Stellenangebote? Die Zeiten von 250 Bewerbungseingängen für beispielsweise die Stelle eines Controllers sind vorbei. Heute tendiert die Zahl gegen 20 – 30 Eingänge. In ländlichen Räumen zieht sich die Besetzung solcher Stellen zum Teil über 6 Monate hin. Sollten Sie die Bewerbung nur über ein Online-Formular (Karriereseite) gestatten, gehen Ihnen 11% bzw. 17% (unter 30-Jährigen) der Jobsuchenden von der Fahne. Selbst bei einem interessanten Job.

Machen Sie es den Bewerbern einfach

Recruiting ist people business. Stellen Sie also nicht die Effizienz in den Vordergrund (wg. Recruiting-Software) sondern die Effektivität. Effizient keinen passenden Bewerber zu finden, löst nicht das Problem Ihres Unternehmens. 8 von 10 ist ein eindeutiges Votum. Zusätzlich können Sie die One-Click-Bewerbung anbieten. Die mobiloptimierte Bewerbungsübermittlung mit Profilübernahme via Xing/LinkedIn.

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Eine schlechte Candidate Experience kostet Ihr Unternehmen Millionen

Ganz Deutschland jammert über den Fachkräftemangel. Im Gesundheitssektor, im Handwerk, in der Industrie. Der demografische Wandel ist kurzfristig nicht umkehrbar. Immer weniger potenzielle Mitarbeiter stehen einer wachsenden Nachfrage gegenüber. D.h. um das knapper werdende Gut Arbeitskraft wird mit immer härteren Bandagen gekämpft. Gut qualifizierte Mitarbeiter sind fast nur noch mit einer Candidate Experience der Güteklasse Goldstandard zu gewinnen. Wer ins Hintertreffen gerät, gefährdet seine Marktposition und muss Aufträge ablehnen.

Verlorener Umsatz

Stellen Sie sich vor Sie wären ein Spritzgusshersteller, ein Architekturbüro, ein Gastronom oder Krankenhausbetreiber. Es liegt auf der Hand, dass Ihnen Umsatz und damit Gewinn entgeht, wenn Sie die benötigten Fachkräfte nicht finden. Der Mangel hat weitere – häufig nicht beachtete – Auswirkungen zur Folge:

  • Andere Mitarbeiter müssen die Arbeit der fehlenden Kollegen stemmen
  • Als Konsequenz kommt es zu einer frustrierenden Überlastung, eventuell zu Ausfällen
  • Für die erkrankten Kollegen müssen wiederum andere Kollegen einspringen
  • In der Hektik passieren Fehler, Stammkunden sind verärgert und springen ab
  • Ihre Mitarbeiter werden offen für Wechseloptionen, Ihre Fluktuation steigt
  • Die Phase der Einarbeitung kostet die Kollegen Zeit
  • Die neuen Mitarbeiter benötigen Zeit, bis sie volle Leistung erbringen können
  • Das Betriebsklima verschlechtert sich, Bewerber spüren das … sie sagen nicht zu
  • Die Abwärtsspirale beschleunigt sich

Die andere Seite der Medaille

Eine schlechte Candidate Experience schadet Ihnen gleich zweimal. Wie oben beschrieben, schädigen Sie unbesetzte Stellen finanziell massiv. Gleichzeitig leidet Ihr Ruf als Arbeitgeber. Denn abgelehnte Kandidaten empfehlen sehr selten weiter. Weder das Produkt (B2C !) noch den Arbeitgeber. Wenn Sie pro Jahr durchschnittlich 10 Positionen zu besetzen haben, kommen Sie vielleicht auf 200 bis 300 Bewerbungen. D.h. 190 bis 290 Arbeitnehmer ziehen im Bewerbungsprozess eine „Niete“. Wenn nur 10% der „Enttäuschten“ sich negativ auf den Social Media Plattformen kununu, glassdoor oder ihrem Freundeskreis äußern, sprich Ihr Unternehmen nicht weiterempfehlen, dann haben Sie ein weiteres Problem. A-Mitarbeiter werden sich für Ihr Stellenangebot oder die Anfrage via Headhunter nicht oder kaum interessieren. Ihre Konkurrenz ködert die A‘s, die Mitunternehmer.

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.

Es sind die Menschen, die ein Unternehmen einzigartig und erfolgreich machen.

Employer Branding – Wie sehen Ihre Bewerbungsunterlagen aus?

Im Jahr 2030 werden in Deutschland ca. 8 Millionen Arbeitskräfte fehlen (Boston Consulting Group, the global workforce crisis). Human Capital wird der Engpassfaktor für den Unternehmenserfolg sein. Unternehmen, die nicht ins Hintertreffen geraten wollen, müssen sich spätestens heute auf die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern fokussieren. Der Arbeitsmarkt ist ein Bewerbermarkt und die Konkurrenz schläft nicht. Umso wichtiger wird gutes Employer Branding.

Der Einäugige unter den Blinden

Können Sie, als Arbeitgeber, von der Stärke Ihrer Produktmarke profitieren? So wie BMW und Audi, die langjährigen Anführer der Arbeitgeberranking-Bestenliste. Vermutlich nicht. Dann heißt es für Sie: Fallen Sie auf! Entfliehen Sie dem Club des Durchschnitts. Wie? Durch Echtheit! Durch das Weglassen von Buzzwords, etc. Reden Sie von Mensch zu Mensch, in Ihrer eigenen Sprache (vgl. Udo Lindenberg) und mit Ihrer eigenen Persönlichkeit. Wenn Sie diese Regel – und nur diese – beachten, haben Sie bereits gewonnen. Warum? Weil viele Hochglanzbroschüren und Karriereseiten einen Wunschzustand aufzeigen, der deutlich vom Ist-Zustand abweicht. Im Zeitalter von Social Media fliegt Ihnen das Konstrukt um die Ohren. Auf den Arbeitgeber-Bewertungsportalen kununu und glassdoor werden Sie ganz schnell (und nicht löschbar) zum Pinocchio.

Jeder Arbeitgeber ist einzigartig

Warum arbeiten Ihre Mitarbeiter gerade bei Ihnen? Vermutlich nicht wegen der Gehälter. Oder zahlen Sie weit über Tarif und regionalem Standard? Im Allgemeinen fiel und fällt die Entscheidung für Ihr Unternehmen aufgrund der Summe diverser Merkmale wie: Aufgaben, Entwicklungsmöglichkeiten, Führungsstil, Betriebsklima, Erwartungshaltung, Teamstruktur, Bürogestaltung, Arbeitszeiten, Essensmöglichkeiten, Erreichbarkeit, Feierkultur…

Zeigen Sie den wechselwilligen Kandidaten genau diesen bunten und einzigartigen Blumenstrauß auf Ihrer Homepage/Karriereseite und selbstverständlich im Jobinterview. Was fragen Sie denn typischerweise Bewerber? Darf ich? Wer sind Sie? Was können Sie besonders gut? Welchen Nutzen bieten Sie uns? Warum wollen Sie bei uns arbeiten? Also, finden Sie Antworten für genau diese Fragen. Die Wechselwilligen werden es mit Zuspruch honorieren.

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.

Wer nicht automatisch neue Mitarbeiter gewinnt, ist schlicht und einfach falsch als Arbeitgebermarke positioniert.