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Recruiting – Vom Handel lernen!

Jeden Tag verdeutlicht es Ihnen Ihr Smartphone, Fernseher, oder Briefkasten. Kunden müssen angeworben, begeistert/überzeugt und zur Handlung animiert werden. Gleiches gilt heute für den Arbeitsmarkt. Wir haben Vollbeschäftigung und Fachkräftemangel. Wer Fachkräfte sucht, um seinen Kunden gewinnbringende Lösungen anbieten zu können, der muss akquirieren und begeistern. Der Arbeitsmarkt ist zum Bewerbermarkt geworden!

Knappheit erzeugt Handlungsdruck und gute Preise

Wann haben Sie die letzte Rolex oder Louis-Vuitton-Tasche im Ausverkauf gesehen? Hersteller von Luxusgütern erzeugen künstliche Knappheit, um hohe Preise realisieren zu können und Begierde zu wecken. Buchungsportale wie booking.com arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip. Hier wird Ihnen die Info eingespielt, wie viele Besucher sich aktuell das gleiche Angebot anschauen, dass das verfügbare Kontingent nur noch < 5 Zimmer/Plätze beträgt, …. Das Ziel: Sie sollen sofort HANDELN.

Überangebot und Mindesthaltbarkeitsdatum

Jetzt läuft bei Ihnen ein anderer Film ab. Wenn der Hof vom Autohändler voll ist, traut sich auch der schüchternste Interessent aus der Deckung. Er wird beginnen zu feilschen. Wann gibt es das günstigste Obst auf dem Wochenmarkt? Kurz vor Geschäftsschluss. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist fast erreicht. Dann finden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Sticker von -30% oder -50% auf der Ware.

Warum Sie Ihre Stellenanzeigen nicht mit einem Datum kennzeichnen sollten

Was wäre Ihre erste Reaktion, wenn Sie auf ein Stellenangebot stoßen, welches seit über 90 Tagen online ist? Hand auf Herz! Und wie würden Sie handeln, wenn Sie auf der Suche nach einer ähnlichen Aufgabe sind?

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Finden sie sich bei diesen Gedankengängen/Reaktionen wieder?

  • Der Drops ist wohl schon gelutscht.
  • Da brauche ich mich nicht mehr bewerben.
  • Na, die brauchen aber ziemlich lange.
  • Die scheinen ja ganz schön wählerisch zu sein.
  • Da muss es einen Haken geben, die Stelle wäre doch sonst längst besetzt.
  • Scheint ein unattraktiver Arbeitgeber zu sein.

Häufig bringen Sie sich im Recruiting-Prozess um Ihren Lohn, da Sie die Brille des „Kunden“ nicht aufsetzen. Machen Sie daher ab und an einen Selbsttest. Wie einfach, schnell und verlockend wäre eine Bewerbung bei Ihrer Organisation?

Wer nicht automatisch neue Mitarbeiter gewinnt, ist schlicht und einfach falsch als Arbeitgebermarke positioniert.

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.

 

Employer Branding – Wie sehen Ihre Bewerbungsunterlagen aus?

Im Jahr 2030 werden in Deutschland ca. 8 Millionen Arbeitskräfte fehlen (Boston Consulting Group, the global workforce crisis). Human Capital wird der Engpassfaktor für den Unternehmenserfolg sein. Unternehmen, die nicht ins Hintertreffen geraten wollen, müssen sich spätestens heute auf die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern fokussieren. Der Arbeitsmarkt ist ein Bewerbermarkt und die Konkurrenz schläft nicht. Umso wichtiger wird gutes Employer Branding.

Der Einäugige unter den Blinden

Können Sie, als Arbeitgeber, von der Stärke Ihrer Produktmarke profitieren? So wie BMW und Audi, die langjährigen Anführer der Arbeitgeberranking-Bestenliste. Vermutlich nicht. Dann heißt es für Sie: Fallen Sie auf! Entfliehen Sie dem Club des Durchschnitts. Wie? Durch Echtheit! Durch das Weglassen von Buzzwords, etc. Reden Sie von Mensch zu Mensch, in Ihrer eigenen Sprache (vgl. Udo Lindenberg) und mit Ihrer eigenen Persönlichkeit. Wenn Sie diese Regel – und nur diese – beachten, haben Sie bereits gewonnen. Warum? Weil viele Hochglanzbroschüren und Karriereseiten einen Wunschzustand aufzeigen, der deutlich vom Ist-Zustand abweicht. Im Zeitalter von Social Media fliegt Ihnen das Konstrukt um die Ohren. Auf den Arbeitgeber-Bewertungsportalen kununu und glassdoor werden Sie ganz schnell (und nicht löschbar) zum Pinocchio.

Jeder Arbeitgeber ist einzigartig

Warum arbeiten Ihre Mitarbeiter gerade bei Ihnen? Vermutlich nicht wegen der Gehälter. Oder zahlen Sie weit über Tarif und regionalem Standard? Im Allgemeinen fiel und fällt die Entscheidung für Ihr Unternehmen aufgrund der Summe diverser Merkmale wie: Aufgaben, Entwicklungsmöglichkeiten, Führungsstil, Betriebsklima, Erwartungshaltung, Teamstruktur, Bürogestaltung, Arbeitszeiten, Essensmöglichkeiten, Erreichbarkeit, Feierkultur…

Zeigen Sie den wechselwilligen Kandidaten genau diesen bunten und einzigartigen Blumenstrauß auf Ihrer Homepage/Karriereseite und selbstverständlich im Jobinterview. Was fragen Sie denn typischerweise Bewerber? Darf ich? Wer sind Sie? Was können Sie besonders gut? Welchen Nutzen bieten Sie uns? Warum wollen Sie bei uns arbeiten? Also, finden Sie Antworten für genau diese Fragen. Die Wechselwilligen werden es mit Zuspruch honorieren.

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.

Wer nicht automatisch neue Mitarbeiter gewinnt, ist schlicht und einfach falsch als Arbeitgebermarke positioniert.