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Preboarding – das wichtige letzte Glied der Candidate Experience

Bei der letzten Haufe Onboarding-Umfrage bejahten 26% der befragten Unternehmen, dass neue Mitarbeiter trotz Vertragsunterschrift vor dem ersten Arbeitstag wieder abspringen. Ein solcher Schritt kommt teuer. Die ausgeschriebene Stelle bleibt i.d.R. länger unbesetzt, es fallen erneut Personalbe-schaffungskosten an, die bereits unterrichteten Kollegen/Mitarbeiter sind irritiert. Was können Sie dagegen tun?

Preboarding – Die Zeit zwischen Vertragsunterschrift und Arbeitsantritt

Die Gründe, warum ein neuer Mitarbeiter seine Entscheidung revidiert, sind vielfältig. Ein wesentlicher Faktor ist die Unsicherheit. Sie martert uns. Ähnlich wie nach dem Kauf eines teuren Konsumgutes mit langer Lieferzeit. Habe ich wirklich das passendste Auto bestellt? Wäre das aktuelle Auto nicht doch noch gut? Habe ich wirklich den besten Preis bekommen?

Beim neuen Mitarbeiter sind es Fragen wie:

  • Bin ich der neuen Aufgabe gewachsen
  • Gibt es vielleicht ein besseres Angebot
  • Möchte ich meine jetzige Heimat, meine Kollegen, verlassen
  • Wird mich mein neuer Chef besser verstehen/behandeln

Chance ergreifen und Zweifel zerstreuen

In unserem Kopfkino sind die Probleme/Bedenken meist größer als in der Realität. Deshalb ist es so wichtig, dem Mitarbeiter nach der Vertragsunterschrift das Gefühl zu übermitteln, genau die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Dies gelingt mit professionellen, emotionellen Beziehungsaufbau. Sie erreichen das Ziel am besten wenn Sie:

  • Für Fragen zur Verfügung stehen (HR-Team und Vorgesetzter) und diese klären
  • Ein Welcome-Package über die Region versenden (Beispiel: Metropolregion Nürnberg) und über das Unternehmen (Leitbild, Unternehmenskultur, interne Abläufe,…)
  • Zu einem anstehenden Event einladen (z.B. Sommerfest, Weihnachtsfeier, Teamevent)
  • Infos zum ersten Arbeitstag versenden
  • Den Eingang von fehlenden Dokumenten (Steuer ID, SV-Nummer,…) freundlich bestätigen

Bedenken Sie: Der Arbeitsmarkt entwickelt sich immer stärker zum Bewerbermarkt. Der War for Talents nimmt zu. Jeder Prozess, der positiv auf Ihr Arbeitgeber-Markenkonto einzahlt, ist daher extrem wichtig.

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.

Positionierung = mehr Lebensqualität ∣ mehr Gewinn

Recruiting – Der letzte Eindruck entscheidet

Am Ende des eigentlichen Recruitingprozesses stehen eine Zusage und viele Absagen. Der neue Mitarbeiter wird in einem weiterführenden, durchdachten Onboarding-Prozess noch vor Arbeitsantritt emotional an das Unternehmen gebunden. Denn nur weil einer unterschreibt, heißt es nicht, dass er auch kommt. Die ausselektierten Kandidaten werden i.d.R. mit einer 08/15 Absage informiert. Das kann ein teurer Fehler sein. Der letzte Eindruck entscheidet.

Jeder Kandidat ist von sich überzeugt

Kein Kandidat, der Stunden für die Erstellung seiner Bewerbungsunterlagen investiert und eventuell in die Vorbereitung verschiedener Interview-Termine gesteckt hat – ganz abgesehen von den Kosten und dem notwenigen Urlaub – wird gerne mit einer zweizeiligen 08/15-Absage konfrontiert. Zu einer optimalen Candidate Experience gehört auch ein möglichst individuelles und wertschätzendes Absageschreiben. Warum?

  1. Top-Talente sollen Ihr Unternehmen auch zukünftig positiv in Erinnerung halten und sich zu einem passenden Zeitpunkt erneut bei Ihnen bewerben.
  2. Arbeitgeberbewertungsportale wie kununu.com oder glassdoor.de bieten Bewerbern die Möglichkeit den Recruiting-Prozess detailliert zu bewerten. Jede Bewertung beeinflusst Qualität und Quantität Ihres Bewerbungstrichters.
  3. Bewerber sind häufig auch Kunden (B2C und B2B). Jeder zweite Bewerber wird nach einer schlechten Erfahrung im Bewerbungsprozess nicht mehr bei einem Unternehmen einkaufen.

Ein schlechter Recruiting-Prozess kostet Umsatz

In der Candidate Behaviour Studie von CareerBuilder gab allein mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Bewerber an, wahrscheinlich nicht mehr bei einem Unternehmen einkaufen zu wollen, bei dem sie sich beworben und dann keine Antwort erhalten haben. 52 Prozent würden nach einer schlechten Erfahrung im Vorstellungsgespräch genauso reagieren und 54 Prozent wären dem Unternehmen ebenfalls nicht länger loyal, wenn sie nach einem Vorstellungsgespräch nichts mehr von einem Arbeitgeber hören. Machen Kandidaten im Bewerbungsprozess dagegen gute Erfahrungen, so hat dies den gegenteiligen Effekt. Werden sie mit großem Respekt behandelt, würden 57 Prozent der Kandidaten gerne auch zukünftig wieder bei diesem Unternehmen einkaufen.

Minimaler Mehraufwand – große Wirkung

Rechnen Sie einmal hoch. Wie viele Bewerbungen bekommen Sie pro Jahr? Was heißt es, wenn nur die Hälfte der Kandidaten nach Erhalt der Absage zu Ihrer Konkurrenz wechselt? Und was ist Ihr Mehraufwand? Darf ich?

„Sehr geehrter Herr X/sehr geehrte Frau Y, vielen Dank für das uns entgegengebrachte Vertrauen. Leider können wir Ihre Bewerbung nicht berücksichtigen. Wir wünschen Ihnen dennoch für Ihre berufliche Zukunft alles Gute.“

oder

„Wir bedanken uns für Ihre Bewerbung und das damit zum Ausdruck gebrachte Interesse an einer Mitarbeit in unserem Unternehmen.

 Es ist uns nicht leicht gefallen, unter der Vielzahl qualifizierter Bewerbungen eine Auswahl zu treffen. Nach sorgfältiger Abwägung aller wesentlichen Kriterien konnte Ihre Bewerbung leider keine Berücksichtigung finden.

Wir sind letztendlich zu dem Ergebnis gelangt, dass andere Bewerber/innen aufgrund ihrer individuellen beruflichen Entwicklung und ihrer einschlägigen Erfahrungen besser zu der von uns angebotenen Stelle passen.

Wir bedauern sehr, Ihnen keine günstigere Nachricht geben zu können,  bedanken uns nochmals für Ihr Interesse und Ihr Vertrauen und wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihre persönliche und berufliche Zukunft.“

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.

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