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Food-Start-Ups – Klasse statt Masse

Immer mehr Gründer drängen auf den hart umkämpften Markt für Nahrungsmittel. Die Food-Start-Ups kommen mit ihren neuen, teils wilden Mixturen bei den Kunden und im Handel recht gut an. Food ist das neue Internet. Eigenschaften wie Superfood, vegan, regional, handmade oder kalorienarm stehen im Fokus. Klasse statt Masse. Den Nahrungsmittelmultis wird der Fedehandschuh hingeworfen. Werden sich die Davids bzw. Robin Hoods durchsetzen können?

Das Food-Start-Up Lizza verkauft beispielsweise kalorienarmen und glutenfreien Pizzateig. Statt Weizen werden Leinsamen und Chiasamen zur Herstellung des Teigs verwendet. Der Anteil der Kohlenhydrate sinkt so von durchschnittlich 44% auf 3%. Das ist natürlich ideal für Kohlenhydrat-Vermeider und Diabetiker, die auf Pizza, Wrap und Döner nur ungern verzichten wollen. Das Absatzvolumen steigerte sich via Foodtruck, Onlineshop, Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ und Listung im Handel (u.a. Kaufland, Rewe) beachtlich. Die Zukunft schimmert rosig. Die Investoren hoffen auf eine gute Rendite.

Kann der Erfolg von Dauer sein?

Vom Prinzip her ja. Der Anteil der Bevölkerung, welcher Weizen und Kohlenhydrate meiden muss/sollte, wird laut Aussagen der WHO und DGE voraussichtlich steigen. Damit wird die jetzige Leidens-Zielgruppe eher größer. Anderseits ist der Pizzateig aus Leinsamen und Chiasamen nicht patentierbar. Nahrungsmittelmultis und nachahmende Start-Ups kann der Marktzugang also nicht verwehrt werden. Eine Schlüsselrolle zur Absicherung des Geschäftsmodells wird der Nutzen-Kommunikation zukommen.

Mit der richtigen Nutzen-Kommunikation zur Nr. 1 im Kopf des Kunden werden!

Der geschäftliche Erfolg hängt insbesondere davon ab, wie konkret und verständlich der Nutzen des Produktes oder der Dienstleistung kommuniziert wird. Je besser das gelingt, umso eher werden Sie zur Nr. 1 im Kopf des Kunden.

Sie können unser Gehirn mit einem nassen Schwamm vergleichen, der nur dann neue Informationen aufsaugen kann, wenn vorher abgespeicherte Informationen „ausgewrungen“ wurden. Um in unserer reizüberfluteten Gesellschaft zurechtzukommen, ist ein vereinfachendes Gedächtnis notwendig. Versuchen Sie deshalb Ihre Botschaft maximal zu vereinfachen. Ansonsten bleibt Ihre Information im Nachrichtenstau hängen.

Lizza bringt es ganz gut auf den Punkt. Darf ich?

Der Teig Deiner Träume.

Erinnert Sie das an etwas? Das Beste oder nichts (Mercedes-Benz , 2010)!

Es geht nie um die wahre Qualität, sondern immer um die gefühlte Qualität.

Positionierung = mehr Lebensqualität ∣ mehr Gewinn

Metzgerei-Sterben – Mit Positionierung den Ausweg finden

Die Genussregion Oberfranken ist ein Eldorado für Wurst- und Fleischfans. Pro Einwohner hat Oberfranken die meisten Metzgereien weltweit. Auf 1.540 Einwohner kommt eine Metzgerei. 714 Metzgereien – meist traditionell als Familienunternehmen geführt – bieten ihrer Kundschaft eine unwahrscheinliche Vielfalt an Produkten an. Der Schein trügt jedoch. Die fetten Jahre sind vorbei. Für Metzger geht’s um die Wurst, es droht das Metzgerei-Sterben.

Das über die ganze Bundesrepublik zu verzeichnende Metzgerei-Sterben kommt nicht von ungefähr:

  • Geänderte Essgewohnheiten
  • Supermarktkonkurrenz
  • Weniger Bewerber von Azubis/Gesellen
  • Höhere Umwelt- und Hygieneauflagen
  • Nachfolgerprobleme

Ein bunter Blumenstrauß an Problemen und Leiden. Umso wichtiger ist es an der Stelle zu drehen, welche die größte Hebelwirkung hat. An Ihrer Positionierung im Markt. Bekanntlich stimmen die Kunden mit Füßen ab. Die Kunden interessiert nicht, wie toll Ihre Wurst oder Ihre Metzgerei ist. Sie wollen nur eins wissen: „Was habe ich davon, wenn ich das kaufe?

Das Zauberwort heißt Nutzenkommunikation.

Ein kleines Beispiel: Jedes Mal wenn ich Rindersteaks einkaufe, frage ich die Verkäuferin – nachdem Sie mir die 2-3 verschiedene Zuschnitte gezeigt hat – von welchem Tier die Steaks denn wären. In 8 von 10 Fällen bekomme ich als Antwort „Rind“. Die erhoffte Antwort: Rasse, Geschlecht, Alter, Herkunft, Reifung,… bekomme ich nach einem zähen Dialog nur teilweise. Die Angaben auf dem Etikett auf dem Steak beim Discounter sind leichter zu bekommen und häufig zielführender.

Warum also beim Metzgermeister kaufen? Wegen der Qualität? Gerade bei Blindverkostungen (Käse, Wurst, Champagner, Eis, Schokolade) fällt immer wieder auf, dass die Produkte der Discounter in der Kundenbewertung geschmacklich als führend oder gleichwertig bewertet werden.

Es geht nicht um die wahre Qualität, sondern um die gefühlte Qualität.

In guter Erinnerung ist mir ein Metzger in den Niederlanden geblieben. Auch wenn ich die Warteschlangen im Laden nicht gerade liebte. An der Wand hinter der Fleischtheke hing ein Bild vom geschlachteten Rind. Selbstverständlich stand darunter auch der Name(!) des Tiers, die Rasse, das Alter, das Gewicht und der (regionaler) Aufzuchtbetrieb.

Das Fleisch hatte schon im Einkaufskorb eine höhere Wertschätzung und wurde später mit Andacht genossen. Die Wartezeit im Laden war bis dahin längst vergessen.

Nutzenkommunikation ist ein sehr kraftvolles Werkzeug im System der Positionierung. Deshalb lohnt die professionelle Beherrschung der Nutzenkommunikation. Warum?

Positionierung = mehr Lebensqualität ∣ mehr Gewinn