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Kann das Employer Branding jetzt eingestampft werden?

Das ifo-Beschäftigungsbarometer ist im August weiter auf 98,1 Punkte gefallen, nach 99,5 Zählern im Juli. „Die Unternehmen treten bei Neueinstellungen vermehrt auf die Bremse“, sagte ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Im gesamten verarbeitenden Gewerbe sind die Unternehmen, die eher Personal ab- als aufbauen wollen, seit März in der Mehrzahl. Heißt das, die HR-Abteilung kann sich zurücklehnen? Kann das Employer Branding jetzt eingestampft werden?

Marken werden im Alltag gemacht

Eine Employer-Branding-Strategie wird nur dann erfolgreich sein, wenn sie dauerhaft im Alltag angewendet wird. Es wäre also fahrlässig, sich nur in Boomphasen um das Employer Branding zu kümmern. Quasi nur, wenn Sie in Geld schwimmen. Warum? Employer Branding richtet sich nach innen und außen. Ihre Ziel: Identifikationskraft schaffen bei Mitarbeitern und Interessenten, indem Sie erklären, WOZU sie genau das tun, was sie tun. Sie erklären, was sie antreibt. So wird der Zweck des Unternehmens zum anziehenden Faktor. So kann eine Verbindung zur passenden Zielgruppe entstehen und erhalten werden.

Krisen sind Chancen

Das chinesische Schriftzeichen für Krise beinhaltet zwei Silben, die einzeln gelesen die Worte Gefahr und Chance bedeuten sollen. Ich bin kein Philologe. Was auf jeden Fall zutrifft: Krisen sorgen für Fokus. Auf beiden Seiten – bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern.  Die passenden Mitarbeiter zu haben, bedeutet erhöhtes Arbeitsengagement und damit eine höhere Produktivität des Unternehmens. Ihre besten Mitarbeiter werden auch Ihre glücklichsten und zufriedensten Mitarbeiter/Mitspieler sein. Vice versa können Spitzenkräfte ihres Fachgebietes hellhörig und offen für einen Wechsel werden, wenn der „Überbau“ sich ändert. Also typischerweise wenn  Projekte gestrichen werden, umfassende Effizienzprogramme beschlossen und Abspaltungen von Geschäftseinheiten diskutiert werden.

Wollen Sie wirklich nur ab und an Employer Brand sein?

Wer Sie nicht kennt und mag, wird sich bei Ihnen auch nicht bewerben. Eine starke Arbeitgebermarke ist das A und O, Ihr längster Hebel im Kampf um das Finden und Binden  von Talenten. Sind Sie die (virtuelle) Nummer 1 in den Köpfen der Mitarbeiter in Ihrer Region? Ja! Herzlichen Glückwunsch! Dann werden Kandidaten zuallererst versuchen, Mitarbeiter Ihres Unternehmens zu werden. Und mit den besten Mitarbeitern werden Sie noch erfolgreicher und attraktiver. Sie machen sich Ihre eigene Konjunktur – auch gegen den Trend.

Wer nicht automatisch neue Mitarbeiter gewinnt, ist schlicht und einfach falsch als Arbeitgebermarke positioniert.

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.