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Bewerbersuche mit intelligenten Algorithmen

Der Hilfeschrei ist fast überall in den Personalabteilungen und in den Geschäftsführungen zu hören. Wir finden nicht genügend Fachkräfte, wir finden nicht genügend Azubis. Aufträge können nicht umfangend angenommen werden – somit Gewinne nicht generiert werden. Gleichzeitig schießen Startups wie Pilze aus dem Boden, welche die Lösung genau dieses Problems versprechen. Digitalisierung, KI, intelligente Algorithmen sind die Buzzwords. Recruiting-Software. Damit geht es – schnell und einfach. Doch können Sie mit diesen Tools Ihr Problem wirklich lösen? Bekommen Sie so Bewerber-Warteschlangen?

Ein Tool kann nie ein System ersetzen

Die Bewerbersuche kann in der Tat mit intelligenten Algorithmen einfacher werden. Keine Frage!  Im Kern lösen diese digitalen Tools Ihr Problem aber nicht. Lassen Sie uns einmal ein Beispiel anschauen – zu finden auf www.skillconomy.com. Das Nutzenversprechen: Intelligente Algorithmen finden passgenaue und wechselbereite Bewerber für Ihre offene Stelle! Dort wird das Ergebnis der Suche nach einem IT-Service-Desk Specialist aufgezeigt. Die KPIs: 12.979 Profile analysiert, 200 Personen kontaktiert, 45 Besuche auf der Microsite (alle Infos zu der Stelle und dem Unternehmen), 4 Rückmeldungen von Interessenten. WOW!?! Haben Sie es bemerkt? Eine Rücklaufquote von 2%. Wobei nicht gesagt ist, dass einer der Interessenten wirklich passt und bei Ihnen unterschreibt.

Das A und O bleibt eine starke Employer Brand

Laut einer Umfrage von Forsa und Xing sind nur 7% der Erwerbstätigen aktiv auf Jobsuche. Bei einem Drittel der Arbeitnehmer bekommen Recruiter ein „Danke, kein Interesse“ zu hören. Weitere ca. 60 % sind offen für neue Jobangebote. Nur mit einer anziehenden Ansprache können diese latent wechselwilligen Arbeitnehmer aktiviert werden. Der Reiz des Lockens verfliegt jedoch schnell, wenn im nächsten Schritt keine Bestätigung der Einzigartigkeit gefunden wird – auf der Karriereseite, auf kununu.com, im Telefoninterview,… Der latent Wechselwillige zieht sich wieder in seine Komfortzone zurück. Mitarbeitergewinnung findet an 365 Tagen im Jahr statt. Sorgen Sie zuerst dafür, dass Sie die Nummer 1 als Wunscharbeitgeber werden – für die Arbeitnehmer in Ihrer Region, denn bei 86 % sind Wohnort und Arbeitsplatz nicht weiter als 30 Kilometer voneinander entfernt. Mitarbeiter gewinnen, heißt Menschen gewinnen. Wirklich anziehende Arbeitgeber arbeiten genau daran. Sie stellen den Nutzen für den Interessenten/Bewerber in den Fokus und kennen die Bedeutung von Emotionen – die stärkste Triebkraft der Menschen. Konkret geht es um Sicherheit, Herausforderung, Verbundenheit, Wachstum, Bedeutsamkeit und Beitrag. Wie lautet Ihre Geschichte? Wie gelingt es, dass Ihr Unternehmen im Kopf Ihrer Zielgruppe(n) als anders, einzigartig oder neu wahrgenommen wird?

Wer nicht automatisch neue Mitarbeiter gewinnt, ist schlicht und einfach falsch als Arbeitgebermarke positioniert.

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.

 

So gewinnen Sie latent wechselwillige Kandidaten

Die Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland ist latent wechselwillig. Die Kandidaten sind in einem passiven und empfangsbereiten Zustand. Erst bei einer spannenden beruflichen Aufgabe werden sie hellhörig und interessiert. Was aber ist erforderlich, damit Ihr Rasen grüner als der des jetzigen Arbeitgebers erscheint? Wie begeistern Sie latent wechselwillige Kandidaten?

Ja, ich will

Ein Seitensprung hat so seine Tücken und Risiken. Deshalb muss der Partner attraktiv und sexy erscheinen. Wirklich attraktiv und sexy! Überlegen Sie daher im Vorfeld sehr genau wen Sie suchen und was das Besondere an der Aufgabe und Ihrem Unternehmen ist. Was gehört in Ihren 30-Sekunden-Elevator-Pitch und was nicht? Die Marktführerschaft und freie Getränke locken keinen Hund vorm Ofen hervor.

Laden Sie zum Date ein

In Zeiten von Fach- und Führungskräftemangel hat die rigorose Casting Show ausgedient. Bewerbungen auf eine Stellenanzeige trudeln nicht mehr waschkorbweise ein. Sie sollten sich also genauso ins Zeug legen, wie Sie es in der Vergangenheit bereits von Bewerbern erwartet haben. Bewerber wollen umworben werden und nicht erniedrigt! Seien Sie pünktlich, gut vorbereitet und ein guter Gastgeber. Der Bewerber investiert i.d.R. einen halben Urlaubstag.

Content is king

Menschen, die nicht aktiv auf Jobsuche sind, sich jedoch offen für Veränderungen zeigen, suchen kompetente Gesprächspartner. D.h. die Bewerber erwarten von Ihnen fundierte, klare Auskünfte über die zu besetzende Position. Hilfreich ist, wenn Sie die Fachsprache sprechen und verstehen, die der Bewerber in seinem beruflichen Kontext nutzt. Sie sollten wissen um was es geht, wenn der Kandidat seinen Erfahrungsschatz präsentiert.

Kurz und herausstechend

Kommen Sie auf den Punkt. Zeigen Sie, dass Sie sich mit dem potentiellen Kandidaten vor der Kontaktaufnahme beschäftigt haben (z.B. auf Xing oder Linkedin). Klopfen Sie nur absolute Must-Haves ab. Nutzen Sie den Großteil der Gesprächszeit, um fesselnde Botschaften zu transportieren. Z.B. modernste technische Arbeitsplätze, freie Projektzeit, hohe Budgets, hervorragende Netzwerke, … Durch die langatmige Kommunikation von Standards – betriebliche Altersvorsorge oder freie Getränke – stutzen Sie das Angebot im Kopf des Kandidaten auf Normalgröße.

Verbindlichkeit und Flexibilität

Ein „Mann“ ein Wort. Halten Sie ein was Sie versprechen. Egal ob es sich um die Zusendung von Infomaterial, den Starttermin eines Gespräches oder das Feedback nach einem Gesprächstermin handelt. Verbindlichkeit ist nicht mehr selbstverständlich und wird deshalb bei Kandidaten besonders wertgeschätzt. Gleiches gilt für Ihre terminliche Flexibilität. Sie sollten auch außerhalb der Kernarbeitszeit für Telefoninterviews oder Vorstellungsgespräche zur Verfügung stehen. Ein echtes No-Go: „Leider können wir Ihnen keine Kosten für das Vorstellungsgespräch erstatten“.

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.

Positionierung = mehr Lebensqualität ∣ mehr Gewinn