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Was potenzielle Mitarbeiter/innen erwarten

Die Corona-Pandemie hat gemäß der Randstad Studie „Employer Brand Research 2021, Bericht Deutschland“ zu keinen großen Verwerfungen bezüglich der 5 wichtigsten Kriterien bei der Arbeitgeberwahl geführt.

Top 5 der wichtigsten Kriterien

Was heißt das für Sie, als Arbeitgeber?

Fach- und Führungskräfte halten

Bezüglich der Kriterien 2 bis 5 haben Sie gegenüber den Mitbewerbern einen Trumpf in der Hand. A proven concept – hoffentlich ein sehr gutes. Es liegt auf der Hand, dass Ihre Mitarbeitenden die Situation in Ihrem Unternehmen bestens kennen. Ob z.B. Stellen aufgebaut wurden, wie hoch die Fluktuation ist, warum Kündigungen ausgesprochen wurden und wie zukunftsträchtig Ihr Produktportfolio ist. Ein Bewerber muss sich i.d.R. hingegen auf veröffentliche Daten und auf Zugetragenes verlassen, da ihm in einem Jobinterview die Daten gewiss nicht freiwillig und im Detail dargelegt werden. Gleiches gilt für die Arbeitsatmosphäre und die flexiblen Vereinbarungen. Im Besprechungsraum hört sich vieles toll an. Das Gesagte hat aber noch nicht den Lackmustest bestanden, so wie beim jetzigen Arbeitgeber. Stimmt es bei Ihnen, sind Sie also im Vorteil.

Geld alleine

If you pay Bananas, you get Monkeys. Das dürfte Ihnen klar sein. Gleichsam dürfte Ihnen bewusst sein, dass wir einen Fach- und Führungskräftemangel haben. Um diese Lücken zu schließen, geben sich die Firmen heute mehr (finanzielle) Mühe. Siehe Pflegebereich. Ein attraktives bzw. ein angemessenes Gehalt ist daher unerlässlich. Natürlich heißt das, dass andere Unternehmen durchaus mit noch besseren Gehältern locken, da Ihre Renditen höher ausfallen, sie mehr Gewinn machen. Hand aufs Herz. Um wieviel Prozent muss die Konkurrenz draufsatteln, damit Sie das Pferd wechseln und bei null starten? 10%, 20% netto? Und jetzt – abgesehen vom dann soundso fehlenden Kündigungsschutz – denken Sie an die Kriterien 2 bis 5.

Der Umkehrschluss

Stimmen die Punkte 2 bis 5 nicht, gelingt die Gewinnung von neuen Arbeitskräften nur über überhöhte Entlohnung, Antrittsprämien,… welche über Effizienz und Effektivität zu kompensieren sind, was wiederum die Punkte 2 bis 5 negativ beeinflusst.

Von daher ist die Fokussierung auf die Kriterien 2 bis 5 der beste Lösungsansatz. Und genau deshalb ist es so wichtig, diese Ansatzpunkte als Arbeitgeber immer weiter zu stärken und diese zu kommunizieren, z.B. durch den Einsatz Ihrer Mitarbeitenden als Markenbotschafter.

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.

Wer nicht automatisch neue Mitarbeiter gewinnt, ist schlicht und einfach als Arbeitgebermarke falsch positioniert.

Wer fängt jetzt die dicksten Fische? – Die Corona-Krise nutzen

Vor 12 Monaten war es extrem schwer Fach- und Führungskräfte zu gewinnen. Insbesondere im ländlichen Raum. Die Corona-Krise hat das Mindset über die letzten Wochen ordentlich durchgeschüttelt. Der ländliche Raum befindet sich im Aufwind. Die niedrigeren Lebenshaltungskosten, das gefühlt geringere Infektionsrisiko und die tatsächliche Nutzung städtischer Kulturveranstaltungen haben viele Stadtbewohner nachdenklich gemacht. Gleiches gilt für Geschäftsmodelle – hippe Startups und Großkonzerne versus solider Mittelstand. Der Strom an Bewerbungen von der Stadt ins Land schwillt an. Wer fängt jetzt die dicksten Fische?

Wie Sie durchleuchtet werden

Wer gute Geschichten erzählen kann, ist klar im Vorteil. Homepage, Jobmessen, Facebook, Instagram. Welcher Interessent schaut nicht gerne in Ihre Arbeitgeber-Schaufenster?  Um Erfolg und Spaß bei Ihnen zu haben, ist es für den Bewerber extrem wichtig zu wissen „Wie Sie ticken  – Wie Sie nicht ticken“.  Will ich da wirklich hin? Passe ich zu den Kollegen*innen? Das ist extrem wichtig. Für beide Seiten. Schließlich sprechen wir  über ca. 1.800 Lebens-/Arbeitszeitstunden pro Jahr. Diesen Gestaltungsprozess haben Sie relativ stark in den eigenen Händen.

Kompetenzzuweisung

Mit einer guten Nutzenbeschreibung für die Arbeitnehmer werden Sie bereits viele Fische fangen. Ganz einfach, weil viele Verkäufer – das ist ein Recruiter auch – den Nutzen eben  nicht authentisch auf den Punkt bringen. Die dicken Fische fangen Sie jedoch erst, wenn Ihnen die Kompetenz zugewiesen wird. Durch Ihre Mitarbeiter als Ihre Markenbotschafter. Wenn die Kicker vom FCB und Usain Bolt von Dr. Müller-Wohlfahrt schwärmen, dann werden doch auch Sie ihn für die Behandlung Ihres Leidens als sehr geeignet ansehen. Oder?

Sichtbarkeit erhöhen

Ihre Mitarbeiter, als Markenbotschafter, sind weitestgehend regional tätig. Bei Nachbarn, im Verein, bei Bekannten/Freunden. Überregional geht das auch. Über einen Kanalwechsel. Über Arbeitgeberbewertungsplattformen wie kununu oder Glassdoor. Dort findet sich zumeist eine bunte Mischung an (anonymisierten) Meinungen. Positive wie negative. Und diese gilt es ernst zu nehmen. Dort nimmt sich jemand Zeit, um Ihnen, als Arbeitgeber, mehr oder minder deutlich den Spiegel vorzuhalten. Wertschätzen Sie das Feedbacks und bringen Sie das auch direkt über eine Arbeitgeber-Stellungnahme zum Ausdruck. Kommunizieren Sie aktiv mit Ihren Mitarbeitern, Ex-Mitarbeitern, Azubis und Bewerbern. Nutzen Sie diese Dialogplattformen als authentisches und kostenfreies Personalmarketing-Instrument.

Jeden Tag wird die Welt neu verteilt. Das ist Ihre Chance und Ihr Risiko.

Wer nicht automatisch neue Mitarbeiter gewinnt, ist schlicht und einfach als Arbeitgebermarke falsch positioniert.